Teil 4 dhyana - samadhi
dhyana
„Im Zustand von dhyana sind alle Aktivitäten unseres Geistes in einem ununterbrochenen Fluss nur auf dieses Objekt ausgerichtet."
Patanjali, Yoga-Sutra 3.2.
dhyana – Meditation
dhyana (Besinnung, innere Versenkung, Meditation) ist die siebte Stufe des achtgliedrigen Pfades nach Patanjali.
Meditation ist ein sehr weit gefasster Begriff. Der Duden gibt als Bedeutung kontemplative Versenkung an. Eine Yogapraxis (asana) kann also schon Meditation sein, Atemregulierung (pranayama, die vierte Stufe), das Zurückziehen des Geistes (pratyahara, die fünfte Stufe) und das Bemühen um Konzentration (dharana, die sechste Stufe) ebenfalls.
Gemeint ist, dass in dhyana die Konzentration tiefer wird, das Denken ganz zum Erliegen kommt, die Aktivitäten des Geistes vollständig zur Ruhe kommen und ein Gefühl der Verschmelzung entsteht. Gleichzeitig ist der Meditierende tief in sich ruhend und vollkommen präsent. Manchmal wird dhyana auch als absorbiert sein und im „Hier und Jetzt sein“ beschrieben.
Erreichen kann man dies durch das Üben der Konzentration, auf das Fokussieren auf das Innere, das Beobachten des wahren Selbst. Dann kann man von dharana zu dhyana gelangen.
samadhi
„In diesem Zustand gibt es eine klare Erkenntnis, die das wahre Selbst vom falschen Selbst (dem Geist) unterscheidet.“
Patanjali, Yoga-Sutra 1.48
samadhi - Erleuchtung
Ziel des achtgliedrigen Pfades ist samadhi (etwas ganz nahe an ein anderes heranbringen). Patanjali beschreibt die oberste Stufe als Zustand der inneren Freiheit, frei von Ärger, Ängsten, Begehren, negativen Gedanken und Handlungen und des inneren Friedens mit sich und der Welt. Es ist ein Zustand der Unabhängigkeit von allem und der Liebe zu allem. Werte wie Erleuchtung, innerer Frieden, Versenkung werden mit samadhi verbunden.
Bei diesem höchsten yogischen Ziel unterscheidet Patanjali zwischen samprajnata-samadhi (bewusste, formbegleitete Ekstase - welche noch mit einem "Ich-bin"-Gefühl einhergeht) und asamprajnata-samadhi (überbewusste, formlose Ekstase). Letzteres bedeutet die Auslöschung aller die Erscheinung bildenden, dualen Kräfte, das Eins werden mit dem reinen Sein, außerhalb dessen es nichts gibt.
Yoga im Alltag
Nimmt man Yoga mit ins Alltagsleben, dann heißt es, Selbstverantwortung für das eigene Tun zu übernehmen, das Leben zu nehmen, wie es kommt, ohne gegen die Aufgaben, die es einem serviert, negativ eingestellt zu sein. Es bedeutet, den anderen so lassen zu können, wie er ist
Der Mensch beginnt, sein wahres Wesen zu erkennen.

